Donnerstag, 5. April 2007

Flugzeugunfälle - astrologisch gesehen

Die statistische Methode vermittelt zwar die ideale Durchschnittlichkeit eines Sachverhalts, nicht aber ein Bild von dessen empirischer Wirklichkeit. Sie gibt zwar einen unanfechtbaren Aspekt der Wirklichkeit, kann aber die tatsächliche Wahrheit bis zur Irreführung verfälschen. Letzteres gilt in besonderem Masse für die auf Statistik gegründete Theorie. Die wirklichen Tatsachen zeichnen sich durch ihre Individualität aus; überspitzt ausgedrückt könnte man sagen, daß das wirkliche Bild sozusagen auf lauter Ausnahmen von der Regel beruhe und mithin die absolute Wirklichkeit den vorherrschenden Charakter der Irregularität habe.
[C. G. Jung]

Im astrologix-Forum über Mundanastrologie gibt es eine Anregung von "WidderWaage", Astrologen mögen sich das Buch "Gebrochene Flügel" von Peter Brotschi einmal genauer ansehen. Auch in der mundanastrologischen Sektion des DAV wurde das Buch erwähnt und zum Studium empfohlen.

Worum geht es? Peter Brotschi, Luftwaffenoffizier, Lehrer und Journalist, dokumentiert in diesem Buch sämtliche Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe seit ihrer Gründung im Jahre 1914, rund 400 an der Zahl. Können wir als Astrologen irgendetwas damit anfangen?

Ich habe mir das Buch aus der Züricher ZB ausgeliehen und werde mich damit befassen. Wie in unserer Zunft üblich, werde ich keinerlei vorausgehende Hypothesen und keine Versuchsplanung aufstellen, keine signifikanten Aspekthäufigkeiten berechnen, sondern einfach neu- und wissbegierig in dem Buch herumschmökern. Statistiker würden sagen: Es ist statthaft, das Material zunächst ohne Hypothesen zu studieren, um erst einmal zu Hypothesen zu gelangen, als erste "explorative Studie"; die daraus resultierenden Hypothesen könnten dann in späteren, möglichst unabhängigen Studien verifiziert und in "Replikationen" erhärtet werden.

In der Tat möchte ich etwas erforschen - aber bei meinen Studien wird mit Sicherheit keine Hypothese der Art "Flugunfälle sind wahrscheinlicher bei Uranus-Kontakten mit dem Horoskop der Schweizer Luftwaffe / des Jungfernflugs der Maschine / des Jungfernflugs der Serie" herauskommen.

Ich möchte eigentlich etwas über das Leben lernen - und dessen irregulären Charakter, wie es das vorangestellte C.G.Jung-Zitat verdeutlicht. Und da werde ich mit dem allerersten im Buch aufgeführten Unfall konfrontiert:

Bereits am 27.10.1914 (um 17:15 Uhr) kommt es zu einem ersten Unfall in Ste Croix, VD. Der Pilot Albert Cuendet kann es beim Start nicht verhindern, dass einige Kinder die Absperrung der Startbahn überwinden. Sie wollen sich vom Startwind die Mützen wegziehen lassen. Obwohl Cuendet die Maschine hochreisst, um das Leben der Kinder nicht zu gefährden, kann er nicht verhindern, dass ein zehnjähriger Junge vom Propeller an den Kopf geschlagen wird und sofort stirbt. Der Junge heisst - Albert Cuendet, wie der Pilot.


Bereits dieser allererste Unfall demonstriert C. G. Jungs Aussage: Er ist irregulär. Es ist, als wolle er mir sagen: Siehst du den Einzelfall? Einzelfälle dieser Art sind auch die anderen 400!

Wenn man dem Einzelfall nachgehen wollte, müsste man sich genauer mit diesem Unglück befassen. Das bedeutet, neben einer Untersuchung des Sonnenaufgangs- und Ereignishoroskops: Kommt man an die Geburtsdaten des Opfers und des Piloten heran? Was hat es mit dem - eigentlich seltenen - Namen Cuendet auf sich. Was bedeutet er? Was ist eigentlich Ste Croix für ein Ort?

[C. G. Jung] Gegenwart und Zukunft, zitiert aus: F. Alt, Das C.G.Jung-Lesebuch, Frankfurt 1986, S. 223

Keine Kommentare :